Die Geschichte

 

Die archäologischen Funde, die zu verschiedenen Zeiten und besonders in den letzten Jahrzehnten in unserer Gegend ans Licht gekommen sind, beweisen zweifellos die römische Herkunft von Misano.

Die ursprüngliche Benennung soll sich von einer der vielen Familien, die im 3. Jahrhundert v. Chr. von Latium in das Umland von Rimini (Ariminensis Ager) gezogen ist, ableiten. Es sollte eine gewisse „Gens Mesia“ sein, die es aus militärischen oder anderen Gründen schaffte, ausgedehnte Gebiete in unserer Region zu gewinnen. Es war nämlich Tradition von Rom, die Kriegsveteranen oder jeden anderen Vaterlandsverteidiger auf diese Weise zu belohnen.

In den ersten Jahrhunderten nach den römischen Eroberungen entstanden im Gebiet von Misano verschiedene Siedlungen, insbesondere in der Gegend von Agina, Santamonica und Belvedere, und später auch in den dahinter liegenden Hügeln (Ca-Gallo, <Misano Monte, Terrabianca, etc.)

Die historischen Ereignisse von Misano, die auf das 1. Jahrtausend des Vulgärzeitalters zurückgehen, und überdies von der Zeit und aus Mangel an triftigen Dokumenten getrübt sind, vermischen sich mit der Geschichte von Rimini, das schon ab 90 v. Chr. eine römische Kolonie wurde. Allerdings gewann unser Gebiet an Wichtigkeit erst, als im Jahre 997 die Kirche des Heiligen Erasmus gebaut wurde, eine der ältesten in der Gegend.

Über zwei Jahrhunderte, und zwar von 1295 bis 1528, war Misano unter der Herrschaft der Malatesta, die eine Burg errichten ließ, von der leider nur der Eingangsbogen und zum Teil der Turm geblieben sind.

Nachdem die Dynastie Malatesta ausstarb, bekam die Romagna und folglich auch Misano, einen Teil des Kirchenstaates, dessen Gerichtsbarkeit fast ununterbrochen bis zur Vereinigung Italiens dauerte. Im Jahre 1511 wurde Misano ein selbständiger Stadtstaat wie sich aus einem in unseren lokalen Archiven noch verfügbaren Dokumenten ergibt. Danach verlor es wiederum aus finanziellen Gründen die Verwaltungsunabhängigkeit und musste sich deshalb auf verschiedene Nachbar-Stadtstaaten stützen. Erst im Jahr 1827 wurde Misano endgültig unabhängig und trennte sich von Giovanni in Marignano.

Dennoch lief es, etwas mehr als nach einem Jahrhundert (1935), noch mal die Gefahr, seine Unabhängigkeit zu verlieren, dies zugunsten der nahe gelegenen Stadt Cattolica, die die Annexion des Gebietes von Misano für ihre touristische Entwicklung und somit für die Strandzunahme anforderte.

Im Jahre 1938 verlor die Stadt durch eine Entscheidung des Ministerpräsidenten Mussolini die Benennung „Villa Victoria“, deren Ursprung auf vorhergehendes Jahrhundert (1862) zurückging und bekam die Bezeichnung „Misano Adriatico“, die bis heute geblieben ist. Misano ist und wird selbständig bleiben, aber als Agrargemeinde. Mit dieser Erklärung bestimmte Mussolini die ländliche Berufung der Stadt sowie die Gewährleistung ihrer Verwaltungs-autonomie. Im Herzen der Bevölkerung von Misano reiften aber schon jene Keime, die unser Wirtschaftssystem radikal verwandeln würden

Dann kam der lange Krieg und infolge das schwierige Wiederaufleben. Von da ab vermischt sich die Geschichte von Misano mit ihrer touristischen Entwicklung, die sich nach dem lauen Beginn der dreißiger Jahre Ausschlag gebend nach dem Umzug des Rathauses 1949 vom heutigen Misano Monte an das Küstengebiet, vollkommen realisiert hat.

Diese schicksalhafte und, unter gewissen Aspekten, auch schmerzliche Entscheidung hat positive Effekte gebracht: denn heute zählt Misano zu den bekannten internationalen Touristikorten.